Die
häufigsten Fragen - hier die Antworten
1. Ich habe seit xy Jahren Angst. Kannst
Du mir helfen?
Antwort: Diese Frage ist ungefähr so, als würde
man einem Arzt eine Postkarte schreiben: "Ich bin krank, können Sie
mir helfen?" Auf eine so allgemeine Frage gibt es keine Antwort.
2. Wie kann ich es schaffen, meine Angst
loszuwerden? Wie hast Du es geschafft?
Antwort: Die Angst loszuwerden, ist ein sehr langer
Prozeß, bei dem es darauf ankommt, an sich zu arbeiten. Vor allem
an seinen Gedanken und an seinem Verhalten. Ich habe dafür zwei Jahre
gebraucht. Das kannman weder in
einer E-mail noch in einem einzigenGespräch
erklären. Es sind viele, viele kleine Schritte, wobei einer auf dem
anderen aufbaut. Um zu erreichen, seine Angst loszuwerden, muß man
irgendwann einmal anfangen und dann kontinuierlich Schritt für Schritt
weitergehen. Ein Patentrezept nach dem Motto: "Tue dies und jenes, dann
wird es schon besser" gibt es nicht.
3. Ich bin seit xy Monaten in Therapie, es
ist auch schon besser geworden, aber die Angst geht einfach nicht weg.
Was soll ich noch tun?
Antwort: Üben und Loslassen!
4. Das mit dem Loslassen verstehe ich nicht.
Kannst Du mir das genauer erklären?
Antwort: Man kann das Loslassen nicht erklären.
Der ganze Prozeß heraus aus der Angst ist ein einziges Loslassen.
Loslassen ist nicht etwa eine bestimmte Tat, sondern die Summe der Einstellungen,
die man ändert.
5. Das mit dem Loslassen leuchtet mir zwar
ein, aber ich weiß nicht, wie ich es anstellen soll.
Antwort: Das Loslassen oder die Gelassenheit der Angst
gegenüber ist eine zuerst gedankliche Einstellungsänderung, die
sich später, nach langem Üben, festsetzt und dann dazu führt,
daß die Angst an sich kein Streßfaktor mehr ist. Man kann also
niemandem erklären, wie man Loslassen "anstellen soll". Es beginnt
IMMER mit den Gedanken und veränderter Einstellung.
6. Ich bin in Verhaltenstherapie und komme
schon seit längerem nicht mehr weiter. Das mit dem Loslassen hört
sich gut an. Was ist der Unterschied zur Verhaltenstherapie und warum redet
mein Therapeut nicht davon?
Antwort: In einer guten Verhaltenstherapie lernt man,
wie Angst entsteht (sehr wichtig!), was sie mit dem Körper macht (auch
sehr wichtig!) und wird motiviert, sich der Angst zu stellen (am allerwichtigsten!).
Die Verhaltenstherapie geht davon aus, daß man sich an die Angst
gewöhnt und sie dann nicht mehr als Streßfaktor erlebt. Das
Loslassen geht einen Schritt weiter. D.h. von vorneherein ist die Einstellung
der Angst gegenüber sehr wichtig. Damit fällt das Konfrontieren
leichter, es gibt eher Erfolgserlebnisse, der Druck ist nicht so groß
und man arbeitet weiter daran, auch wenn man schon in der Lage ist, wieder
so ziemlich alles zu schaffen. Eigentlich muß man das Gleiche tun,
wie in der Verhaltenstherapie auch (ums Konfrontieren kommt man nicht herum),
aber die Einstellung zu sich selbst, der Angst, den Situationen, macht
alles etwas sinnvoller, einfacher und vor allem dauerhafter. Warum so viele
mir schreiben, in den Therapien wird auf die Einstellung der Angst gegenüber
(vor allem was Gelassenheit und Loslassen betrifft) keinen Wert gelegt,
weiß ich leider nicht.
7. Das mit dem Loslassen hört sich so
einfach an .Denkst Du, ich kann das auch schaffen?
Antwort: Jeder ist dazu fähig, egal wie alt er
ist oder wie lange er schon Angst hat. Er muß nur bereit sein, an
seinen Gedanken zu arbeiten.
8. Ich habe schon über 20 Jahre Angst,
bisher hat mir nichts geholfen. Gibt es für mich überhaupt noch
einen Lichtblick?
Antwort: Die größte Rolle spielt der Umgang
mit der Angst, nicht wie lange man sie schon hat. Ein falsches Verhalten
kann sich auch in einigen Wochen oder Monaten einschleichen. Auch wer schon
Jahrzehnte unter Angst leidet, kann etwas dagegen tun. Um seine Einstellungen
zu ändern, ist es nie zu spät, es bedarf allerdings einiger Mühe.
9. Ich nehme Medikament XY. Was hälst
Du davon?
Antwort: Ich gebe keine Auskunft über Medikamente.
Das ist Sache des Arztes. Ich schreibe auch niemandem, er soll Medikamente
nehmen oder es sein lassen. Dafür ist jeder selbst verantwortlich.
Dies kann man nur in Kooperation mit seinem Arzt abwägen.
10. Ich habe Dir nun meine ganze Angstgeschichte
aufgeschrieben und wie bei mir alles anfing. Bitte hilf mir, ich weiß
nicht mehr weiter.
Antwort: So gern ich es auch möchte, ich kann
nicht "einfach so" helfen. Ich kann niemandem die Angst abnehmen, auch
kein Therapeut oder Arzt kann das. Man kann seine Angst nur selbst besiegen.
Dazu muß man unablässig an sich arbeiten. Wer diese Mühe
scheut, der muß wohl oder übel weiter mit seiner Angst leben.
Wer bereit ist, die Mühe auf sich zu nehmen, um wieder normal leben
zu können und das wirklich und ernsthaft will, muß wissen, daß
es ein langer Prozeß sein wird, Es gibt kein Wundermittel und keinen
Trick, mit dem man die Angst über Nacht los wird. Wer wirklich ernsthaft
bereit ist, etwas gegen seine Angst zu tun, soll aufhören, auf irgendeine
Hilfe zu hoffen. Die Heilung muß vom eigenen Innern heraus kommen,
denn dort sitzt die Angst.
11. Wie bist Du auf die Idee mit dem Loslassen
gekommen? Hilft es wirklich so sehr?
Ja, es hilft wirklich so sehr, aber es ist nicht einfach.
Ich kam auf die Idee nur und ausschließlich durch logische Überlegungen.
Wer sich einmal intensiv damit befaßt hat, wird feststellen, daß
es alles sehr einfach zu verstehen ist und daß es auch umsetzbar
ist, wenn man sich einige Mühe gibt. Auf jeden Fall halte ich es für
sinnvoller und auch wirkungsvoller als blinde Konfrontation und das wurde
mir von Leuten, mit denen ich bisher diese Methode schon ausprobiert habe,
ebenfalls bestätigt.
12. Wie kann ich das Loslassen lernen?
Antwort: Diese Frage ist schwer zu beantworten. Da
es sich um gedankliche Veränderungen handelt und um eine Änderung
der eigenen Einstellungen, muß man sich selbst ständig hinterfragen.
Nicht analysieren, nicht bohren, aber hinterfragen. Auf meinen Seiten habe
ich versucht, es so gut wie möglich zu erklären. Mehr erklären
kann man es nicht, da es keine Verhaltensvorschriften gibt oder geben kann.
13. Ich versuche ja loszulassen, aber ich
weiß nicht so recht, wie ich es anstellen soll. Kannst Du mir weiterhelfen?
Antwort: Ja und nein. Loslassen kann man nur für
sich selber, das kann ich für niemanden tun. Von daher gesehen also
nein.
Den Weg zum Loslassen kann ich schon aufzeigen, allerdings
muß dafür ein ständiger Kontakt bestehen, da man ja viele,
viele kleine Schritte macht oder machen muß, wenn man wirklich aus
der Angst heraus will. Ich kann also niemandem mit einer E-mail weiterhelfen.
Meine Seiten gibt es, damit jeder sich selbst helfen
kann. Hier habe ich versucht zu erklären, was ich mit Loslassen meine
und einen Grundstock geschaffen, mit dem jeder versuchen kann, an sich
selbst zu arbeiten.
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